Student Handbook
Language Examinations
The following is a sample examination in German, taken from Aus meinem Leben
und Denken by Albert Schweizer:
Translate the following into good, idiomatic English; you are allotted 2 hours
for this task. Proper names, place names, and work titles (these are underlined)
need not be translated.
Advice from the faculty readers: experience has shown that on the German test, in
particular, examinees commonly spend an inordinate amount of time on the first sentence of
the text. If you have trouble with the first sentence, you are strongly urged to
"take a stab at it" but then move on, and return to it later. Quite often
it is easier to translate the initial sentence after you have become more familiar with
the rest of the text.
Als ich fünf Jahre alt war, begann mein Vater mich auf dem alten, vom Großvater Schillinger
stammenden Tafelklavier zu unterrichten. Er besaß keine große Technik, aber
improvisierte sehr schön. Mit sieben Jahren überraschte ich die Lehrerin in der Schule
damit, daß ich ihr auf dem Harmonium Choralmelodien mit selbsterfundenen Harmonien
vortrug. Mit acht Jahren, kaum daß die Füße lang genug waren, um die Pedaltasten zu
erreichen, begann ich Orgel zu spielen. Die Leidenschaft für die Orgel hatte ich von
meinem Großvater Schillinger geerbt, der sich viel mit Orgel und Orgelbau
beschäftigte und, wie mir meine Mutter berichtete, ausgezeichnet improvisiert haben soll.
Kam er in irgendeine Stadt, so suchte er vor allem ihre Orgeln kennenzulernen. Als die
berühmte Orgel in der Stiftskirche zu Luzern aufgestellt wurde, begab er sich
dorthin, um den Erbauer an der Arbeit zu sehen. Neun Jahre alt, durfte ich zum ersten Male
den Organisten im Gottesdienst vertreten.
Als Lehrer in der Musik hatte ich zu Mülhausen Eugen Münch, den jungen
Organisten an der dortigen reformierten St.-Stephans-Kirche, der eben erst von der
Berliner Hochschule für Musik gekommen war, wo ihn die damals erwachende Begeisterung
für Bach ergriffen hatte. Ihm verdanke ich, daß ich frühzeitig, mit den Werken des
Thomaskantors bekannt wurde und vom fünfzehnten Jahre ab gediegenen Orgelunterricht
genoß. Als er im Herbst 1898 in der Blüte der Jahre an Typhus starb, hielt ich sein Bild
in einer kleinen französisch verfaßten Schrift fest. Sie wurde in Mülhausen
veröffentlicht und ist das Erste, was von mir im Druck erschien.
Im Oktober dieses Jahres ermöglichte es mir die Freigebigkeit des in
Paris als Kaufmann ansässigen älteren Bruders meines Vaters, den Orgelunterricht des
Pariser Orgelrneisters Charles Marie Widor zu genießen. Mein Mülhauser
Lehrer hatte mich so gut vorgebildet, daß mich Widor, nachdem ich ihm vorgespielt hatte,
als Schüler annahm, obwohl er sonst seine Tätigkeit auf die Angehörigen der Orgelklasse
des Konservatoriums beschränkte. Dieser Unterricht war für mich von entscheidender
Bedeutung. Widor leitete mich an, meine Technik zu vertiefen und vollendete Plastik
des Spiels zu erstreben. Zugleich ging mir bei ihm die Bedeutung des Architektonischen in
der Musik auf.
Musiktheorie hörte ich bei Jacobsthal, dem Schüler Bellermanns. In seiner
Einseitigkeit erkannte er nur die vorbeethovensche Musik als Kunst an. Aber den reinen
Kontrapunkt konnte man gründlich bei ihm lernen. Ich verdanke ihm viel.
Eine große Förderung für meine musikalischen Studien bedeutete es
für mich, daß Ernst Münch, der Bruder meines Mülhauser Orgellehrers,
Organist zu St. Wilhelm in Straßburg und Dirigent der von ihm gegründeten
Bachkonzerte des Chores von St. Wilhelm, mir die Orgelbegleitung der Kantaten und
Passionen in diesen Konzerten übertrug.